Senegal — Iraq
Die Frage, die von der ersten Minute an quälte: Macht eine rote Karte in der 13. Minute ein 5:0 unvermeidlich – oder entblößt sie nur, was ohnehin schon beschlossene Sache war? Beim Schlusspfiff im BMO Field schien die Antwort grausam und offensichtlich.
Habib Diarra eröffnete den Torreigen bereits in der 4. Minute – Senegal drängte von den ersten Sekunden an. Dann untersuchte der VAR den Vorfall mit Rebin Sulaka in der 12. Minute, und die rote Karte folgte in der 13. War das Urteil gerecht – eine offene Frage, Anthony Taylor wird Kritiker finden. Die Tatsache ist eine andere: Iraks xG betrug am Ende nur 0,18, die Passgenauigkeit 69 %, ein Schuss aufs Tor im gesamten Spiel. Zehn Mann gegen eine Maschine mit 69 % Ballbesitz – das ist keine Taktik, das ist Überleben.
Aber Senegal muss ehrlich zu sich selbst sein. Mit einem numerischen Vorteil ab der 13. Minute gingen sie nur mit 1:0 in die Pause. Drei von fünf verpassten Großchancen – eine besorgniserregende Verschwendung. Ein xG von 3,03 spricht für eine reale Dominanz, aber die Effizienz war bis dahin gering.
Die Explosion erfolgte nach der Pause: Ismaïla Sarr in der 56. Minute, dann der eingewechselte Pape Gueye in der 59. und 71. Minute. Der Mann, der von der Bank kam, riss das Spiel an sich und erhielt eine Bewertung von 10. Iliman Ndiaye setzte in der 82. Minute den Schlusspunkt. Idrissa Gana Gueye dirigierte das Spiel aus dem Zentrum – 8,5 in der Bewertung, obwohl auch er in der 87. Minute unter den VAR geriet: Die Details des Vorfalls sind unbekannt, Diskussionsstoff bleibt.
Iraks Torhüter parierte sieben Mal – und geht mit Würde. Ohne ihn wären die Zahlen anders gewesen. Aber bei null Großchancen und völliger Passivität im Angriff rettet keine Taktik. Zidane Iqbal mit seinem kreativen Potenzial bekam den Ball nie dort, wo er hätte Schaden anrichten können.
Das Ergebnis übertrifft den xG leicht – fünf Tore gegenüber 3,03. Aber das ist kein Glück, das ist die Müdigkeit von zehn Beinen gegen frische Einwechselspieler.
Fragen in die Kommentare: Hat die rote Karte alles entschieden oder war die Niederlage ohnehin unvermeidlich? Und kann sich Senegal eine solche Verschwendung gegen ernsthaftere Gegner leisten?
Auf FootLegion kann dir niemand die Tore deiner Nationalmannschaft nehmen – im Gegensatz zu dem, was auf dem Spielfeld passiert.