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0:3 round_of_16 DE ⚽ 2026-07-04 17:00 UTC опубл. 2026-07-04 19:20 UTC

Canada — Morocco

Hier ist das Paradoxon des NRG Stadium an diesem feuchten Abend in Houston: Kanada hatte am Ende mehr xG als Marokko – 0,85 gegenüber 0,78 – und verließ das Turnier dennoch mit einem 0:3. Die Zahlen sagen das eine. Die Anzeigetafel sagt alles andere. Die erste Halbzeit gehörte ganz Marokko. Siebenundsechzig Prozent Ballbesitz, erdrückende Struktur, Kanada in die eigene Hälfte gedrängt und nur 33 % Ballbesitz. Doch irgendwie blieb es zur Pause torlos. Kanada sammelte sich, drehte die zweite Halbzeit auf den Kopf – 57 % Ballbesitz, elf Ecken, echter Druck – und konnte das Netz immer noch nicht finden. Diese eine große Chance, die sie kreierten und vergaben, könnte das prägende Bild ihrer gesamten Kampagne sein. Azzedine Ounahi bestrafte sie dafür. Der Mittelfeldspieler fädelte in der 50. Minute mit eiskalter Ruhe ein, dann wiederholte er den Trick in der 82. – ein Doppelpack, eine Bewertung von 8,74, und das alles, während er seit der 45. Minute eine Gelbe Karte hatte. Er liest den Raum zwischen den Linien, bevor die Verteidiger ihn überhaupt wahrnehmen. Marokkos Abwehr, mit Noussair Mazraoui auf der rechten Seite überragend, gab Kanadas Stürmern fast nichts. Soufiane Rahimi, bereits in der 22. Minute eingewechselt, erzielte in der Nachspielzeit den dritten Treffer und machte alles klar. Kanadas Probleme waren konkret. Zehn Schüsse, drei aufs Tor, eine große Chance – und sie vergaben sie. Stephen Eustaquio legte im Mittelfeld enorme Wege zurück und wurde mit 7,67 bewertet, der beste kanadische Spieler, aber der letzte Pass fehlte konsequent. Vierundzwanzig Fouls erzählen ihre eigene Geschichte: eine Mannschaft, die durch ihre Formation nicht in der Lage war, den Gegner zu kontrollieren, verließ sich auf Körperkontakt. Marokko war auch nicht fehlerfrei. Drei große Chancen, eine vergeben. Ihr xG war tatsächlich niedriger als der Kanadas – das Glück neigte sich in den entscheidenden Momenten auf ihre Seite, und sie wussten es. Die Atlaslöwen verwandelten dort, wo es darauf ankam; Kanada nicht. Diese Lücke, hauchdünn in der Qualität, aber enorm auf der Anzeigetafel, ist das, worauf es im Achtelfinale ankommt. Auf FootLegion bleiben die Tore, die dein Land bei dieser Weltmeisterschaft erzielt, für immer deine – niemand nimmt sie dir weg. Nun sag mir: Wurde Kanada durch Marokkos Brillanz oder durch die eigene Verschwendung vor dem Tor eliminiert? Und bringt Ounahis Doppelpack ihn unter die Favoriten für den Goldenen Ball?